![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Typo-Rätsel III
Was weiß ich von der Schrift? Es ist eine 60 p enge halbfette Antiqua. Auf dem Kasten, aus dem ich sie herausgeholt habe, stand: Renaissance (1895). Aber das hat leider nur sehr wenig Gehalt. Zum einen gab es in der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert fast ein Dutzend Schriften, die Renaissance genannt wurden — offensichtlich gab es damals noch keine Namensschutzrechte, denn der Name taucht bei fast allen bekannten Schriftgießereien auf. Aber keine der mir bekannten Schriften ist diese hier. Sie hat keine Gußmarken. Das schließt aus, daß es sich um eine Schrift von Schelter & Giesecke, Leipzig, handelt. Die Unterlängen der Gemeinen, also g, j, p, q, sind freigestellt, schweben also unter dem Schriftkegel hervor. Es gibt keine Versal-Umlaute (oder die Übersetzer, also die als kleine Elemente vorhandenen Akzente sind verloren gegangen). Die Schrift hat auch keine Ziffern (da bin ich mir sicher, daß sie verloren gegangen sind, aber vorhanden waren.). Rein gefühlsmäßig tippe ich auf Bauersche oder Stempel. Kann das aber nicht mit Fakten belegen. Die Anmutung scheint mir in diese Richtung zu deuten. Also: Kann jemand helfen? Die Schrift ist zu „müde“ (abgenutzt), als daß ich sie guten Gewissens zum Verkauf anbieten kann. Es führt also kein Weg daran vorbei: Ich werde sie zurück ins Blei geben (einschmelzen). Machen wir es so: Wer mir die notwendigen Informationen zu dieser Schrift gibt, der darf die Schrift auf Wunsch haben. Oder mir sagen, welchem Buchdruck-Freund ich sie senden soll. Sie ist bis auf die Ziffern vollständig. :-)
< zum Inhaltsverzeichnis Kommentare
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||