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Tannenberg
Eine Epoche prägt eine Schrift
Gerade habe ich mein Manuskript wieder gelöscht, das ich in der letzten Stunde erstellt hatte — mühsam um die richtigen Worte ringend, Quellen heraussuchend, die Schrift aus ihrer Epoche heraus erklärend. Aber ist es klug, einen solchen Artikel zu veröffentlichen? Die Tannenberg ist eindeutig auch eine politische Schrift. Zu schnell wird man in eine bestimmte Ecke gestellt, wenn man diese Schrift nicht lächerlich macht, sie verunglimpft, sein linksliberales Gutmenschentum aufweist, sich distanziert vom absoluten Bösen, daß diese Schrift symbolisieren soll. Deshalb schreibe ich lieber nichts. Ich habe Angst vor gesellschaftlichen Repressionen. Vor Ausgrenzung, vor Unterstellungen, gegen die sich zu wehren hieße, noch mehr Google-Treffer auf dieses Thema zu lenken. Ich habe Angst, meine Kunden zu verschrecken, indem ich meine Meinung schreibe und ich habe Furcht vor Umsatz-Einbußen. "Kauft nicht beim..." funktioniert, es gibt sogar ein Lied darüber, das es bis in die Hitparade schaffte. Aber was ist das für eine Demokratie, die die freieste sein will, seit es Deutschland gibt, in der ich aber solche Befürchtungen aufgrund eines Meinungsdeliktes meine haben zu müssen. Ich bin ganz unsicher, was ich tun soll. Sagen Sie's mir... Soll ich den Bericht über die Schrift Tannenberg nun schreiben oder deren Geschichte im Klischeehaften belassen? Kommen meine Leser zu keinem eindeutigen Ergebnis, bleibt dieser Blog-Eintrag heute leer.
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Kommentare
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"Aber was ist das für eine Demokratie, die die freieste sein will, seit es Deutschland gibt, in der ich aber solche Befürchtungen aufgrund eines Meinungsdeliktes meine haben zu müssen."
Natürlich kann man seine Meinung frei äußern, sofern man sich innerhalb der festgelegten Rahmenbedingungen bewegt, die dazu dienen, Minderheiten etc. vor Beleidigungen und Diffamierungen zu schützen. Wie hast du mich immer so schön gelehrt: Rechte sind klasse, aber Pflichten gilt es einzuhalten, da man sich ansonsten der Rechte nicht würdig erweist. Dein Recht ist es, deine Meinung frei zu äußern, aber deine Pflicht ist es, dies innerhalb der Grenzen zu tun. Kein Überschreiten der Menschenrechte, kein Eingreifen in die Privatsphäre andere und keine Diffamierung Anderer. |
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— Hannah · 17. 10. 2009 · |
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was gibts denn da für ein Problem? Sie können doch wohl über ne Schrift schreiben was Sie wollen... |
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— Bartjes · 17. 10. 2009 · |
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bitte veröffentlichen ? solange es nicht in die Verherrlichung des Nationalsozialismus ausartet, ist es OK, aber das würde ich von Ihnen nicht erwarten. |
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— N. N. · 17. 10. 2009 · |
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Lieber Herr Kraus,
schreiben Sie nur. Jeder von uns hat ja eigene Befürchtungen im Leben. Und vielleicht verstehe ich Ihre Befürchtungen nur nicht. Aber welcher Mainstreamfuzzi (ich liebe Wörter!) wird denn wohl in Gefahr geraten, Ihr Kunde zu werden?
Mir scheint es doch so zu sein, ob Ihnen und mir das nun gefällt oder nicht, dass die Menschen, die sich für Bleisatz und verwandten Gebiete interessieren, (bei mir ist es ja eher die Kunst und Ähnliches) allesamt etwas, tja, es muß gesagt werden, skurril sind. Jedenfalls im Sinne der Freuden und des Kulturstandes eines Standartmitteleuropäers.
Ich verstehe Sie auch oft nicht. (Ha, bin ich vielleicht doch normal?) Welcher stunt soll denn das sein: Preußisches Bleisatzmagazin! Der Preuße, das Preußische! Eine Klassifizierung, die mir ungefähr so viel sagt wie: Fische im Aszendenten. Ich weiß zwar was gemeint ist, mein Bildungshintergrund wetterleuchtet, aber ansonsten zucke ich mit den Achseln. Wie der schon von Ihnen zitierte Herr Simson zu sagen pflegt: Laaangweilig.
Meine Kraft brauche ich für meinen Lebensentwurf, für den sinnhaften und klugen Durchgang von Geburt zum Tod. Und dazu gehört: Immer zuhören und lernen. Und dazu passt Ihre Seite. Und deshalb muß ich nicht politisch Korrektes hören, das langweilt mich. Ihre Erkenntnisse müssen auch nicht im Gleichklang mit den meinen sein. Sie sind ja nicht mein Freund, Sie stellen ja dankenswerter Weise nur einige Gedanken auf Ihrer Seite zur Verfügung, die ich gern betrachte und bedenke.
Da Sie angedeutet haben, Sie fürchten (oder erleben gar!) etwas den Beifall von falscher Seite: Tja, da müssen Sie natürlich auch wachsen. Ihre Musik ist dann offensichtlich anziehend für Menschen, die Sie nicht an Ihrer Seite haben wollen. Sie benutzen offensichtlich Klänge, die für einfachere Gemüter dumpfe Identifikationen zulassen. Aber hier gilt ja das Gleiche wie oben: Auch die werden kaum bei Ihnen in der Werkstatt stehen und Bleisatz kaufen wollen. Die können kaum lesen, da werden die ja wohl nicht schreiben wollen!
Mit hanseatischem Gruß
G. Voost |
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— G. Voost · 17. 10. 2009 · |
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Fachleute können, finde ich, sehr wohl das eine vom anderen unterscheiden. Meint: Könnte ein hochinteressanter Artikel werden. Ich würde ihn lesen! |
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— Manuel · 17. 10. 2009 · |
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Mich würde der Artikel ebenfalls interessieren.
Ich fand es schon immer sehr amüsant, dass zunächst eine "deutsche" Fraktur eingeführt und dann später die "Judenlettern" verboten wurden (eventuell weil in den "gewonnenen" Gebieten keiner die in Fraktur gesetzten Hinweisblätter lesen konnte).
Alleine dieses Detail zeigt ja schon die extrem opportunistische Grundhaltung dieses Regimes. |
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— Florian · 17. 10. 2009 · |
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