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Schrifträtsel — Na? Welche Schrift ist das?


28.11.2009

 Derzeit hole ich gerade eine halbe Garnitur von 20 p bis 96 p einer sehr sehr schönen Antiqua-Schrift aus den Kästen der Eremiten-Presse. Entworfen hat die Schrift im Jahr 1910 eine wahre Koryphäe unter den Entwerfern von Bleisatz-Schriften seiner Epoche. Leicht zu erkennen: Dies ist eine Romanische Antiqua — schauen Sie sich das Versal-R an mit seinem exorbitant großem Bauch. Unter diesem Namen wurden solche Antiqua-Schriften damals vermarktet. Die Romanischen waren mehr oder weniger eine Modeerscheinung des beginnenden 20. Jahrhunderts. Jede mir bekannte Schriftgießerei warf eine oder auch mehrere dieser Romanischen auf den Markt. Nur sehr wenige — mir fallen spontan nur zwei ein, ragten aus dieser Vielfalt heraus, eine davon zeige ich hier. Natürlich stehen die Lettern auf dem Kopf, denn sie sind ja auch seitenverkehrt abgebildet. (Ich liebe diese Erklärung und lasse sie ohne nähere Erläuterung so stehen.)

 Wenn alle Schnitte ausgehoben, geprüft, sortiert und ins Online-Magazin einstellt sind, werde ich noch einen ausführlichen Artikel über die Schrift und ihren Entwerfer verfassen. Das wird irgendwann Anfang nächster Woche soweit sein. Bis dahin möchte ich aber von Ihnen, liebe Leser, wissen, um welche Schrift es sich handelt. Die Abbildungen zeigen übrigens das, was man idealerweise zum Klassifizieren einer Bleisatz-Schrift braucht: Die Versalien A, G und Q, dann ein, zwei Ziffern, sowie vielleicht ein Gemeines-g. Viel Spaß beim Suchen. Der Kollege Lars Kähler zeigt die Schrift auf seiner Netzseite Global Type übrigens auch. Wobei Sie Glück haben, ein Gemeines-g als Vorlage zu haben, denn das Fachbuch „Der Seemann“, auf dem die dort gezeigten Schriften beruhen, bildetete immer nur das Wort „Hamburg“ ab.


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Kommentare
1.     Kleukens Antiqua von Friedrich Wilhelm Kleukens.
Für die Ernst-Ludwig-Presse?

Mit Gruß von Silvia
  — Silvia Werfel · 29. 10. 2009 ·
 
2.     Lieber Herr Kraus,

Sie sollten Ihren Lesern etwas kniffligere Rätsel zumuten. Die halbfette Kleukens-Antiqua erkennt man doch auf den ersten Blick ... (auch ohne Seemann)

Grüße aus Dresden
  — Kay Busch · 29. 10. 2009 ·
 
3.     Ich habe zwar vom Garamond-Schrifträtsel meinen Punktestand noch nicht erhalten, hoffe aber - falls die Antwort richtig ist - jetzt einmal meinen Gesamtpunktestand mitgeteilt zu bekommen.

Bei der Schrift handelt es sich um die Kleukens Antiqua halbfett,
von Friedrich W. Kleukens und gegossen von der Bauerschen Gießerei.

Gott grüß' die Kunst
  — Thomas Kersting · 29. 10. 2009 ·
 
4.     Scheint die Kleukens-Antiqua zu sein. Schöne Zahlen! Bei den restlichen Buchstaben bin ich mir noch unsicher, wie ich sie finde... sehr speziell jedenfalls. Auf den Beitrag über den Entwerfer freue ich mich schon, hoffentlich erklären Sie, welchen Hintergrund die Schriftnamen Helga und Ingeborg haben ->Helga halbfett... ui ui ui. Helga mager scheint es nicht zu geben und Ingeborg war wohl auch keine schmale.
  — Sabrina · 29. 10. 2009 ·
 
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