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Mens sana in corpore sano


28.11.2009

 Mens sana in corpore sano. Gut und schön. Nur hat Juvenal uns nicht mitgeteilt, welches nun die Voraussetzung für zweiteres ist. Setzt nun ein gesunder Geist einen gesunden Körper voraus oder ist es umgekehrt? Oder ist gar keine Entwicklung eines Zustandes gemeint, sondern eine Folge aus einem Zustand? Sprich: Hat derjenige einen gesunden Geist, dessen Körper gesund ist oder umgekehrt?

Nun, wie auch immer. Bevor ich hier nun einmal wieder meiner Last des Grübelns verfalle (ja, ich glaube tatsächlich, meine depressive Phase nach den Ereignissen neigt sich dem Ende zu und ich gleite langsam wieder in eine manische Phase meines jungen Lebens von 54 Jahren (statistisch gesehen, muß ich nun nur noch runde 20 Jahre lang im Diesseits verbleiben, bevor ich dann im Jenseits mit meinem Vater werde angeln gehen können)), simuliere ich ab sofort schon meinen persönlichen Zustand des Hochgefühls, das mich in meinem Leben tatsächlich immer einmal wieder zuvor ungeahnte Leistungen hat vollbringen lassen.

Bei der Auswahl eines typischen Bildes, das mich stellvertretend zeigen soll, fiel meine Entscheidung spontan auf Homer Simpson. Dieser Mann wird gewaltig unterschätzt. Zeigt er doch das typisch männlich-menschliche vielleicht nicht eines jeden — nein, Martin Z. Schröder hat so gar nichts von Homer Simpson — aber in jedem paßt Homer zu mir.

 Merkt man eigentlich am Satzbau, daß ich in den letzten Tagen einmal wieder im Buddenbrooks geblättert habe? Thomas Mann ist spätestens seit seiner unseligen BBC-Rede an seine Lübecker zu Ostern 1942 nun wirklich nicht mein Favorit unter den Gebrüdern Mann — da ist mir Golo bedeutend lieber, dessen Wallenstein-Biographie für mich die Epoche der Deutschen beschreibt, bis zu der ich mich in den letzten 40 Jahren intensiv vom Heute zurückgelesen habe in der deutschen Geschichte und dessen Werk „Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ mich in tiefster Verehrung zu diesem großen und nicht trotz, sondern sogar eher wegen seiner inneren Zerissenheit geprägten Deutschen hingezogen fühlen läßt. Bemerkenswert auch, daß der die Schaffer der Frankfurter Schule einst kurz und knapp und ohne Begründung „Lumpen“ nannte. Wohl wissend, welche Möglichkeiten der Auslegung er uns damit bot. Aber auch hier mein Harmoniebedürfnis: Behalten Sie die Ihre, ich bewahre mir die meine.

 Was will ich nun eigentlich zum Ausdruck bringen? Ich fühle mich derzeit wie der kleine Junge, der ich dereinst war und der im Winter täglich, mit leisem Pfeifen das unbehagliche Gefühl bekämpfend,  in den dunklen Keller der Mietskaserne laufen mußte, um von dort Kohlen und Briketts ins 4. Stockwerk zu schaffen. Und ich pfeife nun auch wieder leise vor mich hin und behaupte, daß mein corpore sano sei und mein mens sana. Denn letztendlich: Was bleibt einem in einem geschlossenen System, das die Frage nach Ursache und Wirkung nicht zu beantworten erlaubt wie bei der Frage, was zuerst existiert habe — das Huhn oder das Ei. Man löst solche immanent wichtigen Fragen immer nur, indem man dem Ei auf den Kopf drischt und das Huhn kocht. Mahlzeit.

Ich bin wieder gesund und ab morgen geht es hier wieder richtig zur Sache.

Also bleiben Sie dran. Schalten Sie nicht um. Erwarten Sie neue Abenteuer von Preußens Antwort auf Miguel de Cervantes Don Quixote de la Mancha.

Weinen, lachen und wundern Sie sich gemeinsam mit diesem traurigen Ritter des Winkelhakens über die Betrübnisse des Lebens, dem Utopisten der politischen Incorrectness.

Gedenken Sie meiner im Gebet, sofern Sie Zisterzienser-Mönch sind. Schenken Sie mir Aufmerksamkeit und Ihre Liebe — denn beides brauche ich wie der Zwiebelfisch das Blei — dieses Pardoxon erkläre ich im nächsten Beitrag.  


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Kommentare
1.     Schön dich wieder so optimistisch zu lesen. Willkommen zurück!
  — Rainer · 06. 10. 2009 ·
 
2.     Ich drücke dir alle Daumen die mir zur Verfügung stehen.
  — Matthias · 06. 10. 2009 ·
 
3.     Back on stage again? Glückwunsch. Lassen Sies doch was langsamer angehen. Gesundheit geht vor und das verstehen sicer auch ihre Kunden.

LG
Christa
  — Christa Barthovel · 08. 10. 2009 ·
 
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