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Friedrich Wilhelm Kleukens


28.11.2009

 Friedrich Wilhelm Kleukens, geb. 1878, gest. 1956, war einfach nur: Mehr. Er war mehr als nur ein Schriftenentwerfer, dessen Werke Maßstab setzten. Denn er schuf auch Kunst als Gebrauchs-Graphiker, entwarf Plakate, galt als Ikone des Jugendstils, hatte einen großen Namen bei der Gestaltung von Büchern. Vor allem aber behielt er sein Wissen nicht für sich, sondern er war immer und vor allem auch Lehrender. Vermittelte seine Kunstfertigkeit, gab seine Kenntnisse weiter. Sellt man sich die typographisch Schaffenden in einem luftigen Gebäude vor, in dem die heutigen Schriftentwerfer teilweise verwegene Turnübungen auf dem Dach des Gebäudes exerzieren — Tabus brechend, Standards setzend, so kann dies bis heute nur funktionieren, weil Koryphäen wie Friedrich Wilhelm Kleukens die Standsäulen dieses Gebäudes darstellen. Sie bilden das Fundament, auf dem auch heutige Schriftkünstler ihre eigenen Werke bauen können.

Ich möchte hier in meinen Tagebuch-Einträgen zum Thema Typographie keine Texte anderer kopieren, sondern nur eigene Gedanken niederschreiben. Aus diesem Grunde nenne ich Ihnen hier lieber Verweise auf Artikel über Friedrich W. Kleukens, die ich Ihnen empfehle, sofern Sie weitergehendes Interesse an diesem Künstler haben. Stattdessen zeige ich Ihnen lieber Informationen, die Sie dort nicht finden können, z.B. Schriftmuster.

Es ist mir gelungen, einige ungewöhnliche Schnitte der Kleukens Antiqua in sehr gutem Zustand anbieten zu können, darunter eine magere Version in einer Größe von 8 Cicero, das ist mehr als ungewöhnlich. Gleichzeitig klärt sich so übrigens unser kleines Typo-Quizz von vor einigen Tagen. Es handelte sich dabei also um die Kleukens Antiqua mager, nicht um die halbfette Version. Die Sieger mögen ihre jeweils 100 Punkte selbst verwalten :-)

Hier die angebotenen Schnitte: Kleukens Antiqua mager, 96 p, 28 p, 36 p, Kleukens Antiqua halbfett, 48 p, 36 p. Diese Schrift ist nur noch sehr selten zu finden. Es ist das erste mal in den letzten drei Jahren, daß ich solche Schnitte hereinbekam.

Sofern Sie sich für die Schriften von Friedrich W. Kleukens interessieren, empfehle ich Ihnen den entsprechenden Artikel des Klingspor Museums.


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Kommentare
1.     Diese 8 Cicero Schrift. Ist die auf Hohlkegel gegossen, damit man sie überhaupt noch hochheben kann, wenn man eine Plakatform damit baut? Das sieht schon sehr verlockend aus. Sie haben recht: Kleukens ist etwas ganz besonderes.
Gott grüss die Kunst.
Ihr sonst Passiv-Leser Kurt Vielhauer
  — Kurt Vielhauer · 03. 11. 2009 ·
 
2.     Guten Abend,
ich bin Grundschullehrerin. Meinen Sie, diese Lettern sind geeignet für ein Buchdruckprojekt mit unseren Kindern in oberen Klassen? Alter 9-10 Jahre? Die Schrift sieht so klar und deutlich aus. Beliefern Sie auch Schulen?
Mit freundlichen Grüßen
V. Tharse
  — V. Tharse · 03. 11. 2009 ·
 
3.     Sie hatten im Listing zu den Eremiten-Schriften auch die Asträa genannt in 60 p Größe. Ist es möglich, diese vorzubestellen? Sie wird nicht mehr taufrisch sein, aber selbst, wenn die eine oder andere Type fehlt wäre es mir das wert. Schreiben Sie mir doch bitte, wenn das geht und nennen Sie Ihren Preis.
  — W.T. · 03. 11. 2009 ·
 
4.     @ Kurt Vielhauer
Hallo Kurt, ja, die 96 p Kleukens ist auf Hohlkegel gegossen. Ich hatte mich erst gewundert über diese ungewöhnliche Bleischrift-Größe. Andererseits: Eine Kleukens Antiqua in Holz zu schneiden, war vielleicht technisch gar nicht möglich? Das ist aber nur eine Vermutun.

@ V. Tharse
Liebe Frau Tharse,
mit allem Respekt: Wählen Sie für Ihr lobenswertes Buchdruck-Projekt doch besser z.B. eine 36 p Grotesk-Schrift aus im Online-Magazin. Ich biete da z.B. eine Folio-Grotesk, 36 p an:
http://www.bleisetzer.de/cms/front_content.php?idcat=69&article_id=1654

Ich bin mir sicher, daß die Kinder damit mehr anfangen können. Die Kleukens Antiqua... naja, also die Kleukens Antiqua soll in die Hände eines Buchdruckers. Und da Sie diese meine Antwort per ePost bereits hinterfragt hatten:
Nein, ich möchte mit diesem Rat weder Ihre Projektarbeit, noch die Kinder abwerten, eher unterstütztn.
Und ja: Mein Rat bedeutet, daß ich Ihnen diese Kleukens Antiqua nicht verkaufen möchte.

@ W.T.
Ach die Asträa habe ich zufällig heute Nachmittag angedruckt. Sie kommt morgen Nachmittag ins Online-Magazin. Ich glaube, es ist gerechter, wenn wir nach dem altbewährten Motto verfahren: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Nicht persönlich nehmen, ja? Viel Erfolg.
  Georg Kraus · 03. 11. 2009 ·
 
5.     Lieber Herr Kraus,
wo sind denn die Kleukens-Schriften im Shop? Ich kann sie gar nicht finden?
LG
Liesel
  — Liesel · 03. 11. 2009 ·
 
6.     Guten Morgen Liesel,
die Kleukens-Schriftschnitte sind bis auf den 8 Cicero-Schnitt alle verkauft. Mnjam... tut mir leid :-)
  Georg Kraus · 04. 11. 2009 ·
 
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